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Muttertag: zwischen Freude, Sehnsucht und echtem Leben

Titelbild mit Titel vom Blogartikel "Muttertag: Zwischen Freude, Sehnsucht und echtem Leben" von Stephanie Weis. Im Hintergrund ist ein rosa Tulpenstrauß. Alles in lila Ton gehalten.

Heute ist Muttertag und ich habe mir gedacht, dass ich heute keinen perfekten „Alles-ist-schön“-Text darüber schreiben möchte. Denn ich glaube, dass dieser Tag für viele Frauen nicht nur leicht ist. 

Für manche ist er schön. Für andere schmerzhaft. Für viele wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Muttertag betrifft nicht nur Mütter

Dabei denke ich an die Frauen, die sich Kinder wünschen und keine haben. An Frauen, die keine Kinder bekommen können. An Frauen, die vielleicht manchmal das Gefühl haben, an so einem Tag außen vor zu sein.

Ich glaube trotzdem nicht, dass Fürsorge, Wärme, Hingabe oder diese besondere weibliche Stärke nur dort sichtbar werden, wo eigene Kinder da sind.

Vielleicht trägst du andere Menschen durch schwere Zeiten. Oder du hörst zu, begleitest, ermutigst, kümmerst dich und fängst andere auf deine Art auf. Auch darin zeigt sich etwas Mütterliches.

Nicht jede Frau lebt Mutterschaft auf dieselbe Weise. Aber jede Frau bringt Gaben mit, die für andere Menschen wertvoll sind. Und damit bist auch du wertvoll.

Wenn Muttertag weh tut

Und dann gibt es heute auch Frauen, die ihrer eigenen Mama nicht gratulieren können.

Weil sie bereits verstorben ist.

Weil kein Kontakt besteht.

Weil die Beziehung schwierig war oder noch immer weh tut.

Auch das gehört zu diesem Tag dazu.

Muttertag macht manchmal sichtbar, was fehlt. Oder was nie so war, wie man es sich gewünscht hätte.

Vielleicht hilft es dir heute, trotzdem kurz bewusst an deine Mama zu denken. Nicht, weil alles gut war oder weil plötzlich alles geklärt sein muss, sondern einfach, weil sie Teil deiner Geschichte ist.

Du könntest eine Kerze anzünden. Alte Fotos anschauen. Einen Brief schreiben, den du gar nicht abschickst. Dinge aufschreiben, die nie ausgesprochen wurden. 

Erlaube dir, diesen Tag bewusst für dich zu gestalten oder schaffe ein neues Ritual.

Für die Mamas unter uns

Und dann denke ich heute besonders an die Mamas unter uns. An die Frauen, die zwischen Job, Kindern und Haushalt oft versuchen, allem gerecht zu werden. An die Frauen, die organisieren, zuhören, begleiten, trösten, mitdenken und Verantwortung tragen, oft ganz selbstverständlich und oft ohne große Wertschätzung dafür zu bekommen. 

Feiere dich selbst!

Nicht erst dann, wenn du geduldiger bist, organisierter oder entspannter. Oder wenn alles perfekt läuft. Und nicht erst dann, wenn du Blumen oder Pralinen bekommen hast. Sondern jetzt – unabhängig von anderen. 

Du darfst anerkennen, was du jeden Tag trägst.

Du darfst sehen, wie oft du müde bist und trotzdem weitermachst. 

Ja, vielleicht fehlt genau diese Wertschätzung heute, oder auch an anderen Tagen. 

Vielleicht gab es da heute kein Frühstück am Bett. Keine liebe Nachricht. Kein großes Danke. Möglicherweise fühlt sich der Muttertag sogar eher enttäuschend an, weil du dir eigentlich wünschen würdest, gesehen zu werden.

Aber du darfst dich selbst wertschätzen. Du darfst dich selbst feiern!

Du darfst dir selbst zusprechen, was du gut machst. Du kannst stolz darauf sein, woran du gewachsen bist. Auf alles, was du geschafft hast in den letzten Jahren. Auf Situationen, durch die du gegangen bist, obwohl du dachtest, du schaffst das niemals. Auf deine Entwicklung als Frau und als Mama.

 

Warte nicht bis andere dir Zeit schenken, schenke dir selbst zuerst Zeit. Nimm dich selbst ernst und schätze dich. Mit einer guten Tasse Kaffee oder Eiskaffee. Mit einer Stunde in der Sonne. Mit einem Spaziergang. Mit Musik. Mit einem Stück Kuchen. Oder einfach damit, dass du dir erlaubst, kurz nichts leisten zu müssen.

 

Muttertag darf auch ein Tag sein, an dem man ehrlich auf das eigene Muttersein blickt.

Was macht dir Freude daran?

Was hast du durch deine Kinder gelernt?

Wo bist du weicher geworden? Wo stärker?

Welche Momente bleiben dir im Herzen?

Und welche Seiten an dir hast du erst durch das Mama-Sein entdeckt?

Denn Muttersein verändert uns. 

Fazit

Wir warten oft darauf, dass andere uns bestätigen. Dass jemand sieht, wie viel wir geben. Aber fangen wir mal damit an, uns selbst mit freundlicheren Augen anzusehen.

Also klopf dir selbst auf die Schulter oder lächle dich im Spiegel an. Oder leg dich unter einen Baum, schau in die Wolken und atme einmal durch. 

 

Sag dir selbst, was du geschafft hast.

Sag dir selbst, worauf du stolz bist.

Und dann feiere dich und deine Rolle ein bisschen.


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