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Das Leben als Achterbahn: Warum sehnen wir uns nach Frieden

Kennst du das auch? Kaum hast du durchgeatmet und dir gedacht, dass das Leben jetzt ruhiger, friedlicher oder beständiger wird, kommt die nächste Herausforderung um die Ecke. Das Leben ist doch wirklich wie eine Achterbahn. Nur selten – und oft auch nur ganz kurz – gibt es eine angenehme Gerade, da kommt schon der nächste Looping daher.

 

Was viele an Achterbahnen lieben, den Adrenalinrausch, das Prickeln auf der Haut und das hämmernde Herz, die kurze aufwallende Angst, darauf würden wir im Leben doch eigentlich oft gerne verzichten.

 

Von mir selbst und auch aus Gesprächen mit Klientinnen und Freundinnen kenne ich etwas ganz anderes: Wir sehnen uns nach Frieden, innerer Ruhe und Beständigkeit. Bislang kam keine Klientin zu mir, die sich mehr Spannung in ihrem Leben wünschte. Meist steht ein ganz anderer Wunsch im Vordergrund: ein beständiges Leben zu haben. Ohne ständig diese Auf und Abs. Nicht ständig neu sortieren, orientieren und umplanen müssen.

 

Aber ist das überhaupt realistisch? Gibt es in dieser Welt echtes Ankommen? Gibt es in dieser Welt echten Frieden und echte Ruhe?

 

Und trotzdem scheint dieses Bedürfnis fast jeder Mensch zu kennen. Oder sagen wir: die meisten.

 

Warum haben wir aber dieses Bedürfnis, wenn es dafür scheinbar keine echte Lösung oder Erfüllung gibt?

 

Auf der Welt gab es doch scheinbar immer schon Krisen, Umweltkatastrophen, Kriege. Das Leben war schon immer ein wilder Ritt der Veränderung. Warum dann diese Sehnsucht? Warum dieses Bedürfnis nach Beständigkeit?

Warum sehnen wir uns so nach Frieden und Ruhe?

Ich glaube, zwei Gedanken könnten helfen, diese Sehnsucht besser zu verstehen:

 

1.In dieser Welt wird es keinen echten Frieden, keine echte Ruhe und kein echtes Ankommen geben.

Wir leben ja in einer gefallenen Welt. Was sich nur bestätigt, wenn wir die Zeitung aufschlagen.

Und Frieden, Ruhe und Ankommen sind nicht nur eine innere Entscheidung, sondern oft auch von Umständen und Entscheidungen anderer Menschen beeinflusst.

 

2.Wir sind nicht für diese Welt gemacht.

Eigentlich sollten wir mit Gott in einem Paradies leben – ohne Leid. Ohne Kampf. Ohne Schmerz. Ohne Traurigkeit. Wir sind zur Gemeinschaft mit ihm geschaffen. Wäre da nicht der Sündenfall dazwischengekommen, und mit ihm Mord, Tod, Trauer und Schmerz.

Aber die Berufung zu einem friedvollen Leben in Gemeinschaft mit Gott ist uns allen ins Herz geschrieben. Deshalb tragen wir wohl auch alle diese Sehnsucht nach Frieden in uns.

 

Man könnte glauben, dass diese Sehnsucht nach Frieden vergeblich ist. Doch die Bibel zeichnet ein anderes Bild. Gott verspricht nicht, dass diese Welt eines Tages durch menschliche Anstrengung vollkommen friedlich wird. Aber er verspricht eine neue Schöpfung, in der Leid, Schmerz und Tod keinen Platz mehr haben.

Die äußere Achterbahn: Wenn das Leben plötzlich anders läuft

Ja, da gibt es die äußere Achterbahn. Das äußere Auf und Ab.

Der Jobverlust, der urplötzlich über einen hereinbricht. Die Krankheit, die einen lieben Angehörigen quält. Oder all die anderen Situationen, in denen wir uns von einer Sekunde auf die andere wiederfinden können.

Ich möchte meinen, dass wir darauf viel weniger Einfluss haben, als uns lieb ist.

Das bedeutet nicht, dass wir untätig sein oder nicht unser Bestes geben sollen. Aber wenn wir uns bewusst machen, dass unser Einflussradius begrenzt ist, geraten wir vielleicht weniger in die Versuchung zu glauben, dass alles allein an uns liegt. Und genau dieser Zustand kann uns zu Gott und ins Gebet führen.

 

Und dort sind wir wohl genau richtig. Aber finden wir dort auch hin?

Die innere Achterbahn: Wenn der Kopf keine Ruhe gibt

Denn da gibt es ja noch die innere Achterbahn. Diese innere Unruhe. Dieses Gedankenkarussell, das viele von uns nur zu gut kennen. Auf die innere Achterbahn haben wir viel mehr Einfluss als uns oft bewusst ist.

Als alleinerziehende Mama, die arbeitet und gerade eine eigene Praxis eröffnet hat, kenne ich dieses ständige Denken nur zu gut. Auch das Vorausdenken. Immer gedanklich einen Schritt weiter sein. Nicht nur Plan A zu planen, sondern gleich Plan B und C mitzudenken. Denn was, wenn das Kind krank wird? Oder irgendetwas anderes Ungeplantes daherkommt?

Ich bin mir sicher, du kennst das auch.

 

Dazu fallen mir zwei Dinge ein.

Zum einen halten wir uns oft selbst davon ab, zur Ruhe zu kommen, und halten uns vielleicht für weniger kompetent, als wir eigentlich sind.

Wenn du einmal an all die kleinen und großen Katastrophen zurückdenkst, die du bereits bewältigt hast: Könntest du dich nicht vielleicht ein Stück weit zurücklehnen und darauf vertrauen, dass du schon viele Lösungen gefunden hast?

Und wenn wir an all die großen und kleinen Sorgen denken, die wir schon zig Mal durchgekaut haben, die sich Gott sei Dank dann doch nie bewahrheitet haben: Wie viel mehr Lebenszeit im Hier und Jetzt hätten wir gehabt, wenn wir uns manches nicht so sehr ausgemalt hätten?

 

Und genau hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt, der für innere Ruhe eine große Rolle spielt: das Hier und Jetzt.

 

Beobachte dich einmal einen Tag lang: Wie schnell bist du gedanklich in der Zukunft? Oder in der Vergangenheit?

Warum vermeintliche Entspannung uns oft nicht zur Ruhe bringt

Und das führt uns direkt zum nächsten Punkt: die vermeintliche Entspannung.

Zwischen Geschirrspüler ausräumen und Kind abholen, lassen wir uns aufs Sofa fallen und scrollen durchs Handy. Oder lesen ein paar Zeilen in einem Buch oder einer Zeitschrift.

Aber finden wir dort wirklich Entspannung?

Nicht wirklich. Stattdessen werden wir im Sekundentakt mit Informationen überflutet. Klar, manche Inhalte sind sinnvoll oder hilfreich. Und trotzdem ist genau diese Reizüberflutung im Alltag vielleicht ein Grund, warum viele von uns kaum noch echte Ruhe finden.

Ich lade dich ein, einmal mitzuzählen: Von wie vielen Reels bleibt bis zum nächsten Tag tatsächlich etwas hängen?

Du wirst vielleicht erstaunt sein, wie wenig davon dir tatsächlich in Erinnerung bleibt.

 

Ich habe einmal die Aussage gehört, dass wir an einem Tag so viele Informationen erhalten wie Menschen früher in ihrem ganzen Leben. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, aber eines scheint offensichtlich: Wir leben in einer Zeit permanenter Reiz- und Informationsüberflutung.

 

Aber unser Gehirn braucht auch mal Stille. Es sehnt sich zwar nach dem nächsten Klick, dem nächsten Dopaminkick, braucht aber tatsächlich oft genau das Gegenteil. Und manchmal sogar Langeweile, damit aus Wissen Weisheit entstehen kann.

 

Stille kannst du nicht in der Zukunft planen. Stille beginnt im Hier und Jetzt.

Jesus begegnet uns im Hier und Jetzt

Und genau hier lädt Jesus uns ein, bei ihm Ruhe zu finden. Bei ihm dürfen wir auftanken. Frieden finden – schon jetzt, mitten in schwierigen Situationen.

Aber Jesus begegnet uns im Hier und Jetzt.

Du findest ihn nicht in der Vergangenheit, auch nicht im nächsten christlichen Reel. Und oft auch nicht in der Zukunft, wenn du dir wieder vornimmst, irgendwann endlich zu beten oder endlich bei ihm anzukommen. Er ist da. Im Hier und Jetzt.

Und wenn wir uns ständig ablenken – worin viele von uns ziemliche Meisterinnen geworden sind – dann verpassen wir vielleicht genau die Ruhe, nach der wir uns doch eigentlich sehnen und die wir auch brauchen.

 

Jesus sagt:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken.“

(Mt. 11,28 SCH)

 

Er lädt uns jetzt ein: Kommt zu mir.

Nicht erst, wenn dein Leben ruhiger geworden ist oder du dir endlich eine Minute freischaufeln kannst.

Er will uns erquicken, neu beleben, erfrischen und stärken.

 

Und wenn du bei ihm ankommst, hält er auch für dich einen Frieden bereit, den die Welt niemals bieten kann: Ein Vorgeschmack auf den Himmel.

 

„Auch wenn ich nicht mehr da bin, wird doch der Friede bei euch bleiben. Ja, meinen Frieden gebe ich euch – einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann. Deshalb seid nicht bestürzt und habt keine Angst!“ (Joh. 14,27 HfA)

Gebet: Ein Ort echter Ruhe

Ich glaube, dass wir Gebet wirklich üben dürfen und sollten. Nicht nur, weil es das Ausleben unserer Beziehung zu Gott ist oder weil ein Segen darin liegt.

Sondern weil wir im Gebet im Hier und Jetzt sind.

 

Gleichzeitig dürfen wir uns daran erinnern, dass Gebet oft eine umkämpfte Zeit ist. Das hast du bestimmt auch schon öfter erlebt. Kaum möchtest du beten, läutet das Telefon. Oder irgendetwas anderes braucht ganz dringend deine Aufmerksamkeit zu.

 

Oder übernehmen deine Gedanken zuerst aufdringlich? Doch auch sie werden in Gottes Gegenwart still werden.

Ruhe mitten in der Achterbahn des Lebens

Kann Gebet gelernt werden?

Und wie übe ich das?

 

Ich bin mir sicher, dass wir lernen dürfen zu beten, und dass Gott uns dabei helfen möchte. Selbst die Jünger haben Jesus gebeten, ihnen zu zeigen, wie man betet. Und Jesus hat es ihnen ohne Umschweife gelehrt.

Deshalb bin ich mir sicher, dass Gebet zu einem festen Bestandteil unseres auch noch so herausfordernden Alltags werden kann – zu einem „Anker“ im Hier und Jetzt.

 

Übung:

Ich lade dich ein, dich eine Woche lang 1x am Tag hinzusetzen oder hinzulegen und einfach nur da zu sein.

Überlege dir wie lange du es probieren möchtest auszuhalten. Ja, zu Beginn ist es wirklich ein Aushalten.

Du könntest dir einen Timer auf 5 Minuten stellen – das ist für die meisten eine überschaubare Zeit. Und dann sei einfach nur da.

Die Woche darauf kannst du die Zeit etwas verlängern.

 

Du kannst Gott bitten, dir in den nächsten Minuten Ruhe zu schenken. Oder dass er dir einfach in den 5 Minuten hilft, z.B. nicht sofort reflexartig nach dem Handy zu greifen.

 

Beobachte ob und wie sich dein Alltag verändert. Beobachte, wie du nach und nach mit der inneren und äußeren Achterbahn umgehst bzw. wie sie dich beeinflusst.

Abschlussgedanke

Es gibt auf dieser Welt keinen vollkommenen Frieden. Keine vollkommene, anhaltende Ruhe. Aber wir haben Jesus an unserer Seite. Jemanden, an den wir uns jederzeit wenden können. Gott, der uns jetzt beleben und Frieden schenken möchte.

 

Mit Jesus werden die Achterbahnen vielleicht nicht weniger schwungvoll. Vielleicht werden sie sogar noch eine Runde aufregender. Aber mit ihm können wir uns der äußeren wie der inneren Achterbahn mutig stellen, ohne am Ende des Tages mit Übelkeit aus dem Fahrgeschäft zu treten.

Wie geht es dir damit?

Du hast die Übung ausprobiert? Dann schreib gerne in die Kommentare, wie es dir damit gegangen ist. Was ist dir leicht gefallen? Was war vielleicht überraschend schwer?

 

Und falls du merkst, dass du gerade selbst in einer äußeren oder inneren Achterbahn steckst und dir Begleitung wünschst, kann ich dir gerne dabei helfen Ruhe zu erfahren und zu üben. 


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