Hast du gerade den Artikel „Warum bin ich so erschöpft? 7 Fragen bei Überforderung und emotionaler Erschöpfung.“ gelesen?
Falls nicht, kannst du ihn zuvor noch durchlesen, denn die nächsten Zeilen bauen darauf auf.
Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt, oder dass manches schon viel zu lange schwer geworden ist und du dich zunehmend erschöpft und überfordert fühlst.
Dann möchte ich dich ermutigen: Du musst das nicht nur mit dir selbst ausmachen. Du musst das nicht alleine tragen. Im Gegenteil. Wir Christen haben doch so eine erleichternde Zusage, auf die wir uns immer wieder stützen dürfen.
Jesus lädt uns ein, mit dem, was uns belastet, zu ihm zu kommen. Nicht erst dann, wenn wir wieder stark sind. Nicht erst, wenn wir alles sortiert haben.
„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ 1. Petr. 5, 7 SLT
„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!“ Mt. 11,28 SLT
Warum fällt es so schwer, Sorgen loszulassen?
Die oberen Verse lesen sich doch super, oder?!
Aber vielleicht kommt dir das auch bekannt vor:
Du hast etwas vor Jesus gebracht, und trotzdem fühlt es sich an, als würdest du dieselben Sorgen kurze Zeit später wieder aufheben und weitertragen.
Wahrscheinlich hast du dir dann schon mal die Frage gestellt, warum du das machst oder wie du die Sorgen wirklich ablegen kannst.
Frag dich einmal ehrlich:
Fällt es dir schwer, Dinge abzugeben oder loszulassen?
Hast du das Gefühl, stark sein zu müssen?
Fällt Vertrauen dir gerade schwer – in Gott oder darin, dass du nicht alles selbst tragen musst?
Glaubst du, schlussendlich doch alles alleine lösen zu müssen oder gar zu können?
Hast du manchmal das Gefühl, als Christin etwas darstellen zu müssen – stark, gläubig oder „geistlich genug“ zu sein?
Ich denke, dass wir uns doch oft selbst überschätzen. Zwar beten wir, aber denken dann dennoch mit eigener Kraft alles selbst schaffen zu können oder zu müssen.
Was bedeutet es, Sorgen bei Jesus abzulegen?
Sorgen bei Jesus abzulegen, bedeutet vermutlich nicht, einmal zu beten und sich danach entspannt zurückzulehnen, während sich alles wie von selbst richtet. Vielleicht wünschen wir uns manchmal, dass Gebet sofort alles leichter macht. Doch oft verändert Gott nicht zuerst unsere Umstände, sondern stärkt uns mitten darin.
Manche Herausforderungen bleiben. Sie lösen sich nicht sofort. Manches wird vielleicht sogar länger schwer bleiben, als wir gehofft haben.
Auch Paulus kannte dieses Ringen. Er bat Gott darum, dass seine Belastung – sein „Pfahl im Fleisch“ – weggenommen würde. Doch Gott nimmt sie ihm nicht einfach weg. Stattdessen antwortet er: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen.“ (2. Korinther 12,9 SLT)
Vielleicht bedeutet Sorgen bei Jesus abzulegen deshalb nicht, dass plötzlich alles leicht wird. Sondern, dass wir nicht mehr alles alleine tragen müssen. Wir dürfen mit dem, was uns belastet, zu Jesus kommen. Und dann gestärkt weitergehen. Nicht im ständigen Funktionieren oder aus eigener Kraft. Sondern in einem gesunden Tempo, immer wieder neu gestärkt in der Zeit mit Jesus und im Gebet.
„Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!“ (Philipper 4,6–7 SLT)
Interessant ist: Paulus schreibt hier genauso nicht, dass alle Probleme sofort verschwinden. Aber er spricht von Frieden. Von Bewahrung. Von einem Gott, der mitten in Belastung da ist.
Vermutlich sieht Sorgen ablegen auch so aus: Nicht alles ist gelöst, aber du gehst den nächsten Schritt mit einem Frieden, den die Welt nicht geben kann.
Warum Gemeinschaft in schweren Zeiten wichtig ist
Das heißt jedoch auch nicht, dass du keine Unterstützung von Menschen suchen oder annehmen brauchst. Wir sind zur Gemeinschaft gemacht – mit Gott und miteinander. Oft gebraucht Gott auch Menschen, um uns zu stärken, mitzutragen oder neue Perspektiven zu schenken.
Du musst schwere Zeiten nicht alleine durchstehen. Wenn du merkst, dass gerade vieles zu schwer geworden ist, kann es hilfreich sein, mit jemandem darüber zu sprechen, sei es in einer vertrauten Gemeinschaft oder in einem seelsorgerlichen Gespräch.

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