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Prioritäten setzen: Nicht weniger Aufgaben – sondern mehr Nähe zu Gott

Mehrmals am Tag entscheiden wir: Was ist jetzt wirklich wichtig? Frühstück herrichten oder schnell noch Wäsche einschalten? Noch schnell den Geschirrspüler ausräumen oder doch der Spieleinladung des Kindes folgen? Ruhe für mich selbst oder Erledigungen für andere?

Und wir wissen: Oft ist das gar nicht so leicht Prioritäten zu setzen. Sorgen, Stress oder Erwartungen von außen machen es schwer, klar zu sehen. Oft hetzen wir von Aufgabe zu Aufgabe, ohne bewusst zu prüfen, was wirklich zählt. Und vor lauter To Dos verschwimmt die Grenze zwischen Wichtigem, Dringendem und Unwichtigem.

Aber wie war das bei Jesus? Auch er wurde immer wieder von Aufgaben „gezogen: von Menschen, die Heilung suchten, von Jüngern, die Antworten wollten, von Gegnern, die ihn prüfen wollten. Und doch lebte er nicht im Dauerstress. Warum? Weil er seine Priorität kannte: den Willen seines Vaters zu tun. „Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um zu tun, was ich will, sondern um den Willen des Vaters zu erfüllen, der mich gesandt hat.“ (Johannes 6,38 HFA).

Zeit mit Gott – keine Pflicht, sondern ein Geschenk

Bei der „Stillen Zeit“ geht es nicht darum, gesetzlich zu werden oder eine Regel zu erfüllen. Es geht darum, zu erkennen, was für ein Segen es ist, Gottes Wort zu haben, darin zu lesen, zu forschen und mit ihm reden zu dürfen.
Und doch schieben wir genau das oft auf: „Später, wenn der Abwasch gemacht ist, wenn die Kinder im Bett sind …“
Aber dann fehlt uns oft die Kraft, die Konzentration oder eine andere vermeintlich wichtigere Aufgabe hat unsere Aufmerksamkeit vereinnahmt. Aber vielleicht passiert die Ablenkung dazwischen gerade deshalb, weil wir uns nicht am Morgen mit seinem Wort gefüllt haben, bevor wir in den Tag starten. Weil wir uns nicht in seiner Gegenwart stärken lassen, bevor wir versuchen, den Alltag zu bewältigen.

Gottes Wort ist wie ein Fundament unter unseren Füßen. Ohne dieses Fundament geraten wir ins Wanken, sobald der Alltag uns zieht. Doch wenn wir den Tag mit ihm beginnen, verändert sich etwas: unsere Haltung, unsere Ruhe, unser Blick.

Advent - eine Einladung zur Besinnung

Der Advent erinnert uns vielleicht genau daran. Es ist eine Einladung, wieder neu zu ordnen, was wirklich wichtig ist. Nicht noch eine Aufgabe auf der To-do-Liste, sondern ein Innehalten. Eine bewusste Entscheidung, die Stille nicht zu „erledigen, sondern zu erleben.

Die Welt hat die Adventszeit pervertiert. Anstatt die Wartezeit als Wartezeit zu erleben, füllt sie den Raum mit Aufgabe um Aufgabe, fördert als Einkaufssaison, die dem Markt gute Zahlen beschert und betrinkt sich hemmungslos auf Weihnachtsfeiern. 

Aber wir dürfen die Einladung Gottes sehen. So wie Maria sich zu Jesu Füßen setzte und einfach zuhörte (Lukas 10,38–42), dürfen auch wir ankommen, mitten im Trubel, mitten in den To-dos - jeden Tag neu.

 

Vielleicht ist genau das der Anfang wahrer Adventsruhe zu erkennen, welche Freiheit es ist, Prioritäten zu setzen. Und welch ein Segen es ist, wenn nicht die Welt auf unserem Platz 1 ist.  

Womit du beginnen kannst

Sprich es heute laut aus oder schreib es unten in die Kommentare:


Wer ist deine Nummer 1 – mitten im Trubel dieser Adventszeit?

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