Wir Menschen sind erstaunlich gut darin, schwierige und anstrengende Situationen auszuhalten oder durchzustehen. Das ist grundsätzlich gut, jedoch sind wir nicht dafür gemacht, ständig über unsere Grenzen zu gehen, ohne angemessene Pause oder Erholung.
Manchmal ist der Alltag aber auch so voll mit unterschiedlichen Herausforderungen, dass wir gar nicht mehr genau sagen können, was uns eigentlich belastet oder überfordert.
Viele Frauen merken oft sehr spät, dass sie nicht nur angestrengt, sondern schon körperlich und emotional erschöpft sind, weil Funktionieren – oft beschreiben Frauen es als Überleben – schon so normal und gewohnt geworden ist.
Meist sind kleine Veränderungen im Alltag erste Zeichen dafür, dass unsere Kräfte schon länger nicht mehr ausreichen.
Erschöpfung bedeutet mehr als nur einen vollen Kalender und müde ins Bett zu fallen. Es zeigt sich an unserem Verhalten oder auch an veränderten Gewohnheiten.
Wir probieren dann viel aus, versuchen besser zu planen, eine weitere To-Do-Liste zu schreiben oder versuchen einfach noch mehr durchzubeißen. Aber vielleicht magst du heute einmal etwas anderes ausprobieren.
Anhand der folgenden 7 Fragen kannst du deiner Überforderung oder Erschöpfung ein wenig auf dem Grund gehen.
Ich lade dich ein, dir einen Stift und ein Stück Papier zu schnappen und auf diese kleine Entdeckungsreise zu gehen.
1. Was erschöpft dich eigentlich?
Stell dir vor, du wachst morgens auf und merkst: Etwas ist anders. Die Erschöpfung ist weg. Woran würdest du das merken?
Wie würdest du morgens aufwachen?
Wie würde sich dein Körper anfühlen?
Woran würden andere merken, dass es dir besser geht?
Wenn du deine Erschöpfung auf einer Skala von 1-5 einschätzen würdest – wobei 1 = kaum erschöpft und 5 = sehr stark erschöpft bedeutet:
Wo würdest du dich gerade einordnen?
2. Seit wann geht es dir schon so?
Seit wann kämpfst du dich durch?
Seit wann hältst du aus?
Seit wann fühlt sich alles schwerer oder sogar zu schwer an?
Seit ein paar Wochen?
Monate?
Oder vielleicht schon Jahre.
Vielleicht gibt es einen genauen Zeitpunkt, den du festmachen kannst. Oder möglicherweise ist es eine Lebensphase?
Notier es dir gerne.
3. Woran merkst du am stärksten, dass etwas nicht stimmt?
Bist du schneller gereizt?
Ziehst du dich mehr zurück?
Vergisst du häufiger Dinge oder fühlst du dich schnell überfordert?
Fällt es dir schwer, Freude zu empfinden?
Hast du weniger Geduld – mit anderen oder mit dir selbst?
Fühlst du dich innerlich angespannt oder kommst kaum zur Ruhe?
Vielleicht fallen dir Situationen ein, in denen du noch vor einiger Zeit ganz anders reagiert hättest.
4. Was trägst du gerade, das eigentlich zu schwer geworden ist?
Was steckt hinter dem, was dir Kraft kostet?
Zu viel Verantwortung?
Konflikte oder schwierige Beziehungen?
Finanzielle Sorgen?
Druck, Erwartungen oder Ängste?
Emotionale Belastungen?
Oder etwas ganz anderes?
Wozu hast du dich bislang versucht durchzubeißen? Was befürchtest du, wenn du aufhörst dich durchzukämpfen?
5. Wo überschreitest du regelmäßig deine eigenen Grenzen?
Sagst du Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst?
Machst du weiter, obwohl du längst merkst, dass deine Kraft ausgeht?
Nimmst du dir kaum echte Erholung – ohne schlechtes Gewissen?
Vergleichst du dich vielleicht oft mit anderen?
Hast du das Gefühl, immer stark sein zu müssen oder besonders hohe Ansprüche an dich selbst zu haben?
6. Wann hast du dich zuletzt ehrlich gefragt: Wie geht es mir, wirklich?
Nimm dir einen kurzen Moment zum Innehalten. Stell dir ein Wasserglas vor, oder male eines auf. Das Wasser darin ist deine Kraftreserve. Wie voll ist das Wasserglas? Gut gefüllt? Oder ist nur noch ein kleiner Schluck übrig?
Was bräuchtest du, um das Wasserglas aufzufüllen?
Was fehlt dir schon länger?
Was beschäftigt dich am meisten?
7. Was würde passieren, wenn alles so weitergeht?
Wie würde es dir in sechs Monaten gehen, wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist?
Und in einem Jahr?
Was würde sich wahrscheinlich verändern – körperlich, emotional oder in deinen Beziehungen?
Und jetzt?
Wie geht es dir jetzt? Hast du etwas über dich herausfinden können?
Vielleicht darf manches jetzt einfach erst einmal sacken. Oder du hast etwas über dich herausgefunden, dem du noch genauer nachgehen möchtest.
Wenn du merkst, dass dich Erschöpfung, Überforderung oder eine belastende Lebenssituation schon länger begleiten: Du musst nicht allein durch.
Wie kann ich Sorgen bei Jesus ablegen? Ein ehrlicher Blick auf Überforderung und Glauben
Fragst du dich als Christin vielleicht auch: Warum bin ich trotz Gebet so erschöpft, oder warum fällt Loslassen so schwer?
Dazu habe ich in einem weiteren Artikel Gedanken für gläubige Frauen gesammelt.

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